Verwaltungsgebäude an der Sulgeneckstrasse 70
Das Verwaltungsgebäude an der Sulgeneckstrasse 70 in Bern entstand 1974/75 nach Plänen von Itten + Brechbühl, ein Bau der Spätmoderne im Sandrain.

- Adresse
- Sulgeneckstrasse 70
- Baujahr
- 1974–1975
- Architekt
- Itten + Brechbühl
- Stil
- Spätmoderne mit brutalistischen Zügen
- Heute
- Verwaltungsgebäude des Kantons Bern
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Im Sandrain, an der Sulgeneckstrasse, steht ein Bürobau, der auf den ersten Blick vor allem aus waagrechten Linien besteht. Die Decken der einzelnen Geschosse treten offen an der Fassade hervor und teilen den Baukörper in Bänder; die Fenster laufen als durchgehende Streifen um das Haus. Errichtet wurde es 1974/75 vom Berner Büro Itten + Brechbühl, das zugleich als Bauherr eingetragen ist.
Das Gebäude ist ein Skelettbau, die Fassade ist auf allen Seiten stark verglast. Die beiden unteren Geschosse sind zurückgesetzt; hier geben vorgestellte Stützen den senkrechten Takt vor, und im ersten Stock dienen Pflanzentröge als Brüstung der Balkone. Darüber kragen die Obergeschosse aus, ihre Fensterbänder liegen aber wieder in der Flucht des Erdgeschosses. Im obersten, zurückgesetzten Geschoss sind die Ecken als Wandschalen ausgebildet. Feine Stahlstützen mit daran geführten Regenrohren lockern die Bänder auf und lassen das grosse Volumen leichter wirken.
Der Bau steht parallel zu Nachbarbauten mit gleicher Funktion. Nach hinten ist er durch einen eingeschossigen, flach gedeckten und dicht begrünten Trakt mit dem Haus Sandrainstrasse 2–6 verbunden, und auch der Eingang mit einem kleinen Teich ist bepflanzt. Die städtische Denkmalpflege bezeichnet ihn als hervorragenden, für Bern ungewöhnlichen Bau der Spätmoderne mit Anklängen an den Brutalismus; auf Bundesebene ist er als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft.
Genutzt wird das Haus von der kantonalen Verwaltung. In einer Debatte des Grossen Rates im März 2018 hiess es, dort sei die Erziehungsdirektion untergebracht und seit 1984 kaum mehr erneuert worden. Das Parlament bewilligte damals 1,4 Millionen Franken für die Planung einer Gesamtsanierung, die Energie, Haustechnik, Erdbebensicherheit und Brandschutz betreffen sollte. Wer vorbeigeht, achtet am besten auf die Pflanzentröge im ersten Stock: Sie sind Teil der Architektur und nicht nachträglicher Schmuck.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Sulgeneckstrasse 70 · Grosser Rat des Kantons Bern, Sitzung vom 22. März 2018, Geschäft 2017.RRGR.784 (Gesamtsanierung Sulgeneckstrasse 70/70a) · Wikidata: Verwaltungsgebäude (Q126511412)
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