Von Werdt-Denkmal am Klösterlistutz
Das Von Werdt-Denkmal am Klösterlistutz in Bern erinnert an den Leutnant Sigmund Rudolf von Werdt, der 1802 im Stecklikrieg fiel.

- Adresse
- Klösterlistutz N.N., 3013 Bern
- Baujahr
- 1822 laut Bauinventar; 1806 laut Weber-Lexikon und Armee-Inventar
- Stil
- klassizistisch mit Empire-Einflüssen
- Heute
- Gedenkstein, schützenswert (Bauinventar)
- Urheber
- Berner Stadtrat (laut Armee-Inventar)
Über den Bau
Am unteren Ende des Klösterlistutzes, gegenüber der Untertorbrücke, ist in die Stützmauer ein kleines Denkmal eingelassen. Es erinnert an Sigmund Rudolf von Werdt, einen Leutnant, der hier am 18. September 1802 ums Leben kam. Die Inschrift in römischen Grossbuchstaben sagt, die Stadt Bern ehre ihren edlen Burger, der an dieser Stelle im Kampf für ihre Befreiung gestorben sei; er wurde 21 Jahre alt.
Hintergrund ist der Stecklikrieg. Nach dem Abzug der französischen Truppen im Sommer 1802 erhoben sich in mehreren Kantonen Föderalisten gegen die Helvetische Republik. Aufständische aus dem Aargau, aus Solothurn und Bern zogen gegen die Stadt Bern; nach kurzem Beschuss gab die helvetische Regierung am 18. September auf und durfte nach Lausanne abziehen. Der spätere Name des Aufstands geht auf die Holzknüppel zurück, die „Steckli“, mit denen viele schlecht bewaffnete Kämpfer auszogen.
Wann das Denkmal errichtet wurde, geben die Quellen unterschiedlich an. Das Bauinventar der Stadt Bern datiert es auf 1822, also zwanzig Jahre nach dem Tod. Das Historisch-Topographische Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber und das Inventar der Armee- und Kriegsdenkmäler des Bundes nennen dagegen 1806; laut Weber wurde es im Dezember 1806 enthüllt und 1879 renoviert. Das Armee-Inventar führt den Berner Stadtrat als Urheber.
Über zwei Granitstufen erreicht man ein kleines gepflästertes Podest. Seitlich fassen abgestufte Mauern aus grob behauenem Granit mit Gesimsen aus Kalkstein eine Tafel aus fein bearbeitetem Kalkstein ein. Darüber sitzt ein Segmentgiebel mit einem bronzenen Ehrenkranz; ein Schwert und ein Zepter, ebenfalls aus Bronze, rahmen die kurze Widmung. Die Denkmalpflege beschreibt den Stil als schlicht klassizistisch mit Einflüssen des Empire. Ursprünglich beschatteten Trauerweiden den Ort, später wurden Platanen gepflanzt. Das Denkmal ist auf die Achse der Strasse ausgerichtet, die von der Untertorbrücke heraufführt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Klösterlistutz NN (Von Werdt-Denkmal) · Wikidata: Q83886287 · Burgerbibliothek Bern, Historisch-Topographisches Lexikon (Berchtold Weber): von Werdt-Denkmal · Schweizer Armee: Inventar der Armee- und Kriegsdenkmäler Kanton Bern (2025), Nr. BE 17 · HLS: Stecklikrieg (Jürg Stüssi-Lauterburg)
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