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Kunst in Bern · Bauwerk

Untertorturm (Felsenburg)

Der Untertorturm am Klösterlistutz, heute Felsenburg genannt, war ab etwa 1260 Stadttor an der Untertorbrücke und ist seit 1864 ein Wohnhaus.

Untertorturm (Felsenburg), Bern
Foto: Krol:k, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Klösterlistutz 2, Klösterlistutz 2a, Klösterlistutz 4
Baujahr
Kern 1260/70; Helm 1771 (Bauinventar) bzw. 1764 oder 1760/61 (Wikipedia); Umbau zum Mietshaus 1863/64
Architekt
Unbekannt; Umbau 1863/64 B. Stengele
Stil
Mittelalterlicher Torturm mit barockem Helm
Heute
Wohnhaus
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Wer über die Untertorbrücke stadtauswärts geht, hat am rechten Ufer einen massigen Turm mit geschwungenem, pyramidenförmigem Helm vor sich. Die Strasse weicht ihm heute flussabwärts aus. Gebaut wurde er im 13. Jahrhundert gleichzeitig mit der ersten Brücke; er sicherte als Tor deren Ende am rechten Ufer. Das Bauinventar datiert den Kern auf 1260/70, erstmals erwähnt wird der Turm 1335.

Wie damals bei Tortürmen üblich, war er zur Stadt hin offen. Bis 1625 führte die Fahrbahn mitten unter dem Turm hindurch und über eine Brücke über den Graben den Klösterlistutz hinauf. Seit dem 15. Jahrhundert lehnte auf der Aareseite ein Zoll- und Wachthaus an ihm. 1583 wurden diese Anbauten vergrössert und die offene Stadtseite zugemauert, 1625/30 auch der Tordurchgang. Von da an hatte der Turm nur noch militärische Aufgaben und markierte den östlichen Eingang der Stadt.

Bei der Neugestaltung dieses Stadteingangs bekam der Turm ein Kranzgesims auf Voluten und den heutigen geschwungenen Helm. Das Bauinventar datiert das auf 1771, die deutschsprachige Wikipedia auf 1764, die englische auf 1760/61. Um 1820 wurde der Graben zugeschüttet. 1862 wurde der Turm an Private verkauft, 1863/64 zum Mietshaus umgebaut: Zahlreiche Fenster wurden ausgebrochen, und an der Nordseite kam ein Treppenhaus über die ganze Breite hinzu. Aus dieser Zeit stammt auch der schmeichelnde Name ‚Felsenburg‘. Die Veranden mit Treppentürmchen an der Aare kamen um 1910 dazu.

Mauern und Volumen gehen bis heute auf das 13. Jahrhundert zurück. Nach der englischen Wikipedia ist die frühere Grabenmauer im Keller 2,2 Meter dick. Von 1997 bis 2001 (so das Bauinventar; die deutschsprachige Wikipedia nennt 2000 bis 2002) liess die Burgergemeinde Bern den Turm auf ihre Kosten sorgfältig restaurieren. Dabei wurde das Treppenhaus von 1863/64 abgebrochen und die Wohnungen erhielten einen neuen Zugang. Zusammen mit der Untertorbrücke gehört die Felsenburg zu den Kulturgütern von nationaler Bedeutung.

Ein Detail: das von Voluten getragene Kranzgesims unter dem Helm, ein Schmuck aus der Barockzeit an einem mittelalterlichen Turm.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Klösterlistutz 2, 2A, 4 · Wikipedia (de): Untertorturm · Wikipedia (en): Felsenburg (Bern) · Wikidata: Q2499186

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