Untertorbrücke
Die Untertorbrücke am Ostende der Berner Altstadt ist die älteste Aarebrücke der Stadt; die steinerne Bogenbrücke entstand ab 1461/62.

- Adresse
- Untertorbrücke
- Baujahr
- 1461/62–1487 bzw. 1489 (Holzbrücke ab 1255/56)
- Architekt
- Unbekannt; Werkmeister der Limmatbrücke in Baden
- Stil
- Spätmittelalterliche Steinbogenbrücke
- Heute
- Strassenbrücke für Fahrzeuge und Fussgänger
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am östlichen Ende der Altstadt, unterhalb der Nydegg, überquert die Untertorbrücke mit drei Bögen die Aare. Bis ins 19. Jahrhundert war sie die einzige Brücke Berns über den Fluss. Am rechten Ufer steht der Untertorturm, heute Felsenburg genannt; die Fahrbahn knickt dort nach Süden ab, an der Stelle, wo sie früher unter dem Turm hindurchführte.
Bald nach der Gründung der Stadt brauchte Bern einen Weg über die Aare. Eine erste Brücke aus Holz war 1255 oder 1256 fertig, die Quellen nennen beide Jahre. 1460 setzte ihr ein Hochwasser schwer zu. Schon 1461 oder 1462 begann man mit einer Steinbrücke und holte dafür den Werkmeister, der zuvor die Limmatbrücke in Baden gebaut hatte. Um 1467 standen die Pfeiler; danach stockte die Arbeit wegen hoher Kosten und Kriegen. Fertig war die Brücke mit Toren und Befestigungen nach der deutschsprachigen Wikipedia 1487, nach dem Bauinventar und der englischen Wikipedia 1489.
Im 18. Jahrhundert hatten die Wehrbauten keinen militärischen Wert mehr und behinderten den Verkehr. Man brach den ganzen festungsartigen Oberbau ab, setzte eine einfache Brüstung aus Sandstein auf und baute an beiden Enden barocke Tore. Ab 1818 ersetzte ein Eisengeländer die Brüstung, und das innere Tor verschwand. Das äussere Tor wurde nach dem Bauinventar 1862, nach der englischen Wikipedia 1864 abgebrochen. Seither hat sich das Bild der Brücke kaum gewandelt. Als 1844 die Nydeggbrücke eröffnet wurde, ging der Verkehr über die Untertorbrücke stark zurück.
Was man heute sieht, ist im Kern die Konstruktion des 15. Jahrhunderts ohne alle späteren Aufbauten. Die kräftigen Pfeiler ruhen auf Sandsteinbuckeln im Flussbett; aussen bestehen sie aus Kalk- und Sandsteinquadern, innen aus vermauerten Sandsteinbrocken. Oben laufen die dreieckigen Vorköpfe in Abdeckplatten aus Granit aus, die wie Fischköpfe geformt sind. Nur die Bögen stammen auch im Material aus der Bauzeit; sie sind grösstenteils aus Tuff. 1979 bis 1981 wurde die Brücke instand gestellt, Fahrbahn und Gehwege wurden neu gepflästert. Am 18. Mai 2025 genehmigten die Stimmberechtigten der Stadt mit über 91 Prozent Ja-Stimmen einen Kredit für eine weitere Gesamtsanierung.
Ein Detail: die granitenen Abdeckplatten in Fischkopfform oben auf den Pfeilern.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Untertorbrücke · Wikipedia (de): Untertorbrücke · Wikipedia (en): Untertorbrücke · Wikidata: Q665373
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