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Lebensmittel retten in Bern: Kühlschränke, foodsharing und Hilfsangebote

In Bern muss gutes Essen nicht im Abfall landen: Es gibt öffentliche Kühlschränke, Gruppen, die Lebensmittel retten, und Orte, an denen Menschen mit wenig Geld günstig essen. Hier siehst du, wer was macht und wie du mitmachst.

Von Richard Červenka · 5 Min. Lesezeit · aktualisiert am 1. November 2026

Ein öffentlicher Kühlschrank von Madame Frigo an der Speichergasse in Bern.
Foto: PizzaToast, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle

Kurz gesagt: In der Stadt Bern stehen laut Madame Frigo 14 öffentliche Kühlschränke, in die alle Lebensmittel legen und aus denen alle Lebensmittel mitnehmen dürfen. foodsharing Bern holt seit 2014 Überschüsse bei Betrieben ab und nennt diese Kühlschränke „Fairteiler“. Wer wenig Geld hat, bekommt bei Tischlein deck dich mit einer Kundenkarte einmal pro Woche Lebensmittel für einen symbolischen Franken.

Holen, teilen oder spenden?

Nicht jedes Angebot ist für alle gedacht. Die öffentlichen Kühlschränke und die Äss-Bar stehen allen offen. Tischlein deck dich ist für Menschen in einer finanziellen Notlage. Die Schweizer Tafel beliefert nur Institutionen. Wenn du Lebensmittel brauchst, nutze die Angebote direkt. Wenn du in einer Küche arbeitest und gekochte Speisen weitergeben willst, ruf zuerst die Organisation an. Wie das geht, steht in der Checkliste für Restaurants und Kantinen.

Madame Frigo: öffentliche Kühlschränke

Der Verein Madame Frigo betreibt Kühlschränke an öffentlich zugänglichen Orten. Alle dürfen dort Lebensmittel hineinlegen und mitnehmen. Auf der Standortkarte von Madame Frigo standen am 14. Oktober 2026 14 Kühlschränke in der Stadt Bern, zum Beispiel im Berner Generationenhaus am Bahnhofplatz, im Innenhof des PROGR, bei der Bibliothek Länggasse und im Café Mondial in Bethlehem.

Die Regeln von Madame Frigo:

  • Erlaubt sind Obst, Gemüse und Brot. Dazu verschlossene Produkte, die höchstens das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben, aber nicht das Verbrauchsdatum.
  • Nicht erlaubt sind Fleisch, Fisch, Alkohol und Produkte, die schon geöffnet oder verarbeitet sind, zum Beispiel gekochte Speisen.
  • Freiwillige aus dem Quartier putzen den Kühlschrank und kontrollieren regelmässig, was drin ist. Du hinterlässt ihn sauber.
  • Du nutzt den Kühlschrank auf eigene Verantwortung.

Mitmachen kannst du als Helferin oder Helfer bei einem bestehenden Kühlschrank. Madame Frigo bittet dafür um eine Nachricht über das Kontaktformular. Was die beiden Daten auf der Packung bedeuten, erklärt der Artikel „Mindestens haltbar bis“ oder „zu verbrauchen bis“.

foodsharing Bern: Fairteiler und Foodsaver

foodsharing Bern setzt sich laut seiner Regionsseite seit 2014 gegen Lebensmittelverschwendung ein. Foodsaverinnen und Foodsaver holen bei kooperierenden Betrieben überschüssige Lebensmittel ab. Öffentliche Orte zum Teilen heissen bei foodsharing „Fairteiler“. In Bern sind das auf der Karte vor allem die Kühlschränke von Madame Frigo, etwa der Fairteiler vor dem LOLA in der Lorraine. Die beiden Listen sind nicht immer gleich aktuell. Für die Kühlschränke gilt die Standortseite von Madame Frigo.

So wirst du Foodsaver: auf der Plattform anmelden, das Quiz machen und dem Bezirk Bern beitreten. Danach meldet sich das Begrüssungsteam. Betriebe mit überschüssigen Lebensmitteln schreiben an bern@foodsharing.network.

Tischlein deck dich: Lebensmittel mit Kundenkarte

Tischlein deck dich gibt gerettete Lebensmittel an Menschen in einer finanziellen Notlage ab. Dafür brauchst du eine Kundenkarte. Du beantragst sie bei einer Sozialfachstelle, die zuerst klärt, ob du Unterstützung brauchst. Nach einem positiven Entscheid kommt die Karte per Post. Sie gilt ein Jahr für eine Person oder einen Haushalt. Damit holst du einmal pro Woche Lebensmittel an deiner Abgabestelle. Bring die Karte, einen symbolischen Franken und Kühl- und Tragtaschen mit.

Auf der Karte von Tischlein deck dich findest du Abgabestellen in der Stadt Bern, zum Beispiel bei der Kirchgemeinde Paulus, der St.-Marien-Kirche und der Kirchgemeinde Bethlehem, und in Gemeinden rundherum wie Ostermundigen, Zollikofen, Liebefeld und Worb. Die Karte zeigt auch, welche Sozialfachstelle für welche Abgabestelle Karten ausstellt.

Schweizer Tafel: Lebensmittel für Institutionen

Die Schweizer Tafel sammelt überschüssige, aber einwandfreie Lebensmittel im Detailhandel und bei Produzenten. Kühlfahrzeuge bringen sie zu über 500 sozialen Institutionen in der ganzen Schweiz, zum Beispiel zu Gassenküchen, Notunterkünften und Frauenhäusern. Privatpersonen bekommen keine Lebensmittel direkt, und die Schweizer Tafel holt auch keine bei Privatpersonen ab. Sie empfiehlt, haltbare Produkte selbst zu einer sozialen Einrichtung zu bringen. Nahe bei Bern arbeitet das Team der Region Mittelland in Kehrsatz. Freiwillige können bei den Touren mithelfen.

Sleeper und Passantenheim: Essen und ein Bett

Der Verein Sleeper betreibt seit 1980 eine Notschlafstelle und eine Gassenküche an der Neubrückstrasse 19. Die Gassenküche kocht jeden Abend von 18 bis 20 Uhr für alle, eine Mahlzeit kostet CHF 5. Niemand muss Auskunft geben oder einen Ausweis zeigen. Die Küche bekommt viele Lebensmittel gratis von der Schweizer Tafel und von Geschäften aus der Region.

Das Passantenheim der Heilsarmee an der Muristrasse 6 bietet obdachlosen Menschen eine vorübergehende Unterkunft mit Frühstück. Im Notfall ist der Eintritt auch in der Nacht möglich.

Äss-Bar Bern: Backwaren von gestern

Die Äss-Bar Bern an der Marktgasse 19 verkauft Brot und Backwaren vom Vortag. Die Idee entstand 2013: Backwaren von gestern sollen gegessen werden, statt im Abfall zu landen. Am Sonntag ist die Filiale geschlossen.

Günstig essen heute: das Werkzeug im Bärn Kit

Das Werkzeug Günstig essen heute zeigt Tag für Tag, wo du in Bern gratis oder für wenige Franken essen kannst: Gassenküche, Mittagstisch, Sonntagsessen. Jede Karte nennt Zeit, Preis, für wen das Angebot gedacht ist und die Adresse. Mit „Nur gratis“ blendest du alles aus, was etwas kostet. Weiter unten stehen der Caritas-Markt Bern und Tischlein deck dich. Mehr dazu im Artikel Günstig essen heute in Bern.

Für Küchen: zuerst anrufen

Gekochte Speisen aus Restaurant oder Kantine nehmen die öffentlichen Kühlschränke nicht. Bei übrig sind gekochte Speisen nur für Notschlafstellen und soziale Einrichtungen gedacht, und auch dort nur nach Absprache. Ruf vor der ersten Übergabe an und kläre die Bedingungen. Bis zur Übergabe ist dein Betrieb verantwortlich. übrig hilft mit einem Hygiene-Check, einem Etikett und einem Protokoll, gratis und ohne Konto. Der Pilot hat noch nicht begonnen. Temperaturen, Etikett und Protokoll erklärt der Artikel Speisen sicher weitergeben.

Dieser Text ist eine Übersicht, keine Rechtsberatung. Verbindlich für die Lebensmittelkontrolle im Kanton Bern ist das Kantonale Laboratorium. Angaben zu Orten und Zeiten können sich ändern. Prüf sie kurz auf der Seite der Organisation.

Quellen

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Checkliste: überschüssige Speisen spenden statt wegwerfenArtikel„Mindestens haltbar bis“ oder „zu verbrauchen bis“?ArtikelGünstig essen heuteWerkzeugübrig: Prüfen, Etikett, ProtokollWerkzeug

Text: Richard Červenka, Bärn Kit. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.