Schulhaus Kirchenfeld an der Aegertenstrasse 46
Das Schulhaus Kirchenfeld von 1891 an der Aegertenstrasse in Bern, ein langer spätklassizistischer Bau von Eugen Stettler am Aarehang.

- Adresse
- Aegertenstrasse 46
- Baujahr
- 1891
- Architekt
- Eugen Stettler, Bern
- Stil
- Spätklassizismus
- Heute
- Volksschule
- Bauherrschaft
- Einwohnergemeinde Bern
- Schutz
- schützenswert; Regierungsratsbeschluss 1996; ISOS national A
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Hang über der Aare, nahe der Monbijoubrücke, steht ein langer, dreigeschossiger Schulbau, der von weit her sichtbar ist. Zur Aegertenstrasse zeigt er drei gleichwertige Geschosse mit hohen Rechteckfenstern über einem kräftigen, leicht geböschten Kellersockel. Drei flach vortretende Risalite gliedern die Front: Die Eckrisalite sind je drei Fensterachsen breit, der Mittelrisalit sieben, die Abschnitte dazwischen je fünf. Ein hohes Konsolgesims leitet zum Walmdach über. Die Denkmalpflege beschreibt die Haltung des Baus als etwas spröde und spätklassizistisch.
Entworfen hat das Schulhaus 1891 der Berner Architekt Eugen Stettler (1840–1913) für die Einwohnergemeinde Bern. Stettler hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert, war von 1867 bis 1876 Stadtbauinspektor und baute unter anderem das Kunstmuseum Bern. Im Kirchenfeld war er der Hauptarchitekt der Baugesellschaft. Das Schulhaus entstand nach denselben Plänen wie das gleichzeitig errichtete Schulhaus Länggasse an der Neufeldstrasse 40; bei beiden ist die Schauseite den Pausenplätzen zugewandt.
Auf der Rückseite treten die Risalite weit vor und wirken wie Gebäudeflügel; vor dem Mittelteil liegt zusätzlich eine Portalachse. Das Dach folgt allen Vor- und Rücksprüngen, sodass die grosse Dachfläche vielfach gegliedert ist. 1993 wurden Fassaden und Dach renoviert: Das Dach wurde neu gedeckt, die Lukarnen rekonstruiert, der Sandstein repariert, der ursprüngliche Farbton wiederhergestellt und Malereien an der Dachuntersicht freigelegt. Seit 1996 ist der Bau durch Regierungsratsbeschluss geschützt, und das Bundesinventar ISOS führt ihn als Teil eines Ortsbilds von nationaler Bedeutung.
Für die nötige Sanierung und Erweiterung führte die Stadt einen Wettbewerb durch, den 2013 das Projekt „Aarrasse“ von Thomas De Geeter Architektur aus Zürich gewann. Es ergänzt den Altbau mit einem sockelartigen Vorbau und einer weitgehend unterirdischen, aber natürlich belichteten Turnhalle. Das Bauinventar gibt für Gesamtsanierung und Erweiterung 2013–19 an; nach einem Zeitungsbericht von 2022 wies das Bundesgericht damals eine Beschwerde von Quartierbewohnern gegen die Sanierung ab. Von der Aare her sieht man die symmetrische Front am besten.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Aegertenstrasse 46 · Bauinventar der Stadt Bern: Neufeldstrasse 40 (Schulhaus Länggasse) · Stadt Bern, Medienmitteilung 3. Juni 2013: Wettbewerb für die Sanierung und Erweiterung der VS Kirchenfeld entschieden · Plattform J: Bern (5. April 2022) · Wikipedia (de): Eugen Stettler · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikidata: Q139260061
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