Rathaus zum Äusseren Stand
Das Rathaus zum Äusseren Stand an der Zeughausgasse 17 entstand um 1730; in seinem Empire-Saal beschloss die Tagsatzung 1848 die Bundesverfassung.

- Adresse
- Zeughausgasse 17
- Baujahr
- 1728–1730 (Bauinventar); 1728 (HLS); vor 1731 (Wikipedia)
- Architekt
- Albrecht Stürler (zugeschrieben)
- Stil
- Barock; Saal im Empire-Stil (1816/17)
- Heute
- Stiftung Rathaus des Äusseren Standes; Saal für Anlässe
- Bauherr
- Äusserer Stand
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Zeughausgasse 17 steht ein barockes Gebäude, das die städtische Denkmalpflege zu den wichtigsten Berner Bauten aus der Zeit zwischen etwa 1725 und 1750 zählt. Erbaut wurde es nach dem Bauinventar 1728 bis 1730, die Pläne werden Albrecht Stürler zugeschrieben. Das Historische Lexikon der Schweiz gibt 1728 als Baujahr an, die Wikipedia nennt einen Bau vor 1731.
Bauherr war der Äussere Stand, eine Gesellschaft junger Berner Burger, die als Institution mit eigenen Satzungen seit 1556 belegt ist. Er ahmte die Ämter der Stadtregierung nach, vom Schultheissen über die Räte bis zu den Landvögten, Im 17. und 18. Jahrhundert sah man in der Mitgliedschaft eine Vorschule für die künftigen Mitglieder des Regiments. Höhepunkte des Jahres waren die Besetzung der Ämter und ein Umzug am Ostermontag. Mit dem Ende des alten Bern 1798 verschwand die Gesellschaft.
Das Haus blieb ein politischer Ort. 1799 tagte hier der Senat der Helvetischen Republik, von 1804 bis 1847 die Tagsatzung, die 1848 im Saal die erste Bundesverfassung beschloss, und von 1848 bis 1858 der Ständerat. Den grossen Saal im ersten Obergeschoss hatte Carl Ahasver von Sinner 1816/17 im Empire-Stil umgestaltet. In diesem Saal entstand 1831 die erste bernische Staatsverfassung, und 1874 wurde hier der Weltpostverein gegründet. Später, bis 1934, war das Schweizerische Alpine Museum im Haus.
1904 kam das Gebäude in private Hände. Das Erdgeschoss erhielt zwei breite Ladenöffnungen, später diente sogar der Saal als Verkaufslokal, und 1942 wurde das Treppenhaus zerstört. 1979 gründeten Bund, Kanton, Stadt, Burgergemeinde, Post und private Geldgeber eine Stiftung, die das Haus erwarb und umfassend restaurieren liess, nach eigener Angabe 1980 bis 1982, nach dem Bauinventar 1981 bis 1984. Dabei erhielt auch die Fassade ihr ursprüngliches Gesicht zurück. 1995 stellte der Bundesrat hier die revidierte Bundesverfassung vor. Der Empire-Saal, heute für Anlässe genutzt, gilt als eines der bedeutendsten historischen Interieurs der Stadt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Zeughausgasse 17 · Historisches Lexikon der Schweiz: Äusserer Stand (André Holenstein) · Stiftung Rathaus des Äusseren Standes: Website · Wikipedia (de): Rathaus zum Äusseren Stand · Wikidata: Q2132645
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