Berner Münster
Das Berner Münster am Münsterplatz ist eine spätgotische Kirche, begonnen 1421; sein Turm wurde erst 1893 vollendet und ist rund 100 Meter hoch.

Besuch
- Anreise
- Tram 6, 7, 8 oder Bus 12, 19 bis Haltestelle „Zytglogge“.
- Geöffnet
- Kirche täglich, im Winter kürzer als im Sommer; die aktuellen Zeiten stehen auf bernermuenster.ch. Letzter Aufstieg auf den Turm eine halbe Stunde vor Schluss.
- Eintritt
- Kirche gratis. Turm: Erwachsene CHF 6, Kinder von 7 bis 16 CHF 3.
- Zugang
- Stufenloser Eingang an der Münstergasse. Turm: mindestens 254 Stufen, kein Lift.
- Tipp
- Zwei Aussichtsgalerien auf 46 und 64 Metern. Die Münsterplattform daneben ist rund um die Uhr offen; der Mattelift fährt von dort hinunter in die Matte.
Stand 24. Oktober 2026. Quellen: Berner Münster – Öffnungszeiten · Berner Münster – Turmbesteigung · Berner Münster – Anfahrt · Bern Welcome – Minster Terrace
- Adresse
- Münsterplatz 1
- Baujahr
- 1421 begonnen; Turm 1889–1893 vollendet
- Architekt
- Matthäus Ensinger (erster Werkmeister), Erhart Küng, Daniel Heintz u. a.; Turmhelm nach Entwurf von August Beyer
- Stil
- Spätgotik
- Heute
- Reformierte Kirche
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Vom Münsterplatz aus fällt der Blick zuerst auf das Hauptportal: In der Vorhalle zeigen 234 Sandsteinfiguren das Jüngste Gericht, darunter die klugen und die törichten Jungfrauen. Darüber steigt der Turm auf, mit gut 100 Metern der höchste Kirchturm der Schweiz. Das Münster ist die grösste spätmittelalterliche Kirche des Landes und ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
1420 beschloss der Grosse Rat den Neubau, am 11. März 1421 wurde der Grundstein gelegt. An dieser Stelle stand die Leutkirche, deren zweiter Bau um 1277/80 begonnen worden war. Die neue Kirche wuchs Stück für Stück um sie herum, und die alte wurde in Etappen abgebrochen, zuletzt 1493 ihr Turm. Bauherren waren die Stadt Bern und der Deutsche Orden; bezahlt wurde mit Ablässen und öffentlichen Mitteln, während reiche Familien, Zünfte und Bruderschaften Kapellen und Chorfenster stifteten. Erster Werkmeister war Matthäus Ensinger, von 1420 bis 1446. Er fasste die drei Westportale zu einer einzigen, reich geschmückten Vorhalle zusammen. Die Figuren des Hauptportals schuf Erhart Küng ab etwa 1460; um 1485 war das Portal fertig.
1515 bis 1517 entstand das Chorgewölbe, wegen seiner Figuren „Himmlischer Hof“ genannt. Mit der Reformation von 1528 kam der Bau ins Stocken, und im Portal wurde die Marienfigur 1575 durch eine Justitia von Daniel Heintz ersetzt. 1571 beschloss man den Weiterbau; das Gewölbe des Mittelschiffs folgte, nach der Münster-Stiftung 1571/1575, nach Wikipedia 1573. Am Turm hatte sich schon ab 1493 ein Eckpfeiler gesenkt. 1521 hielt man auf rund 61 Metern inne. Erst der 1881 gegründete Münsterbauverein brachte die Vollendung: 1889 bis 1893 entstanden das obere Achteck und der Helm, nun aus dem witterungsbeständigeren Obernkirchener Sandstein aus Niedersachsen statt aus Berner Sandstein.
Wegen der Luftverschmutzung wurden im 20. Jahrhundert die 47 lebensgrossen Portalfiguren durch Kopien ersetzt; die Originale sind im Bernischen Historischen Museum zu sehen. Heute ist das Münster eine reformierte Kirche, deren Bau eine eigene Münsterbauhütte pflegt. 222 Stufen führen zur ersten Turmgalerie auf 46 Metern, weitere 90 zur zweiten auf 64 Metern. Auf 46 Metern lebte von 1798 bis 2007 ein Turmwart.
Ein Detail zum Suchen: die feinen Risse im unteren Turm, die bis heute von der Absenkung des Fundaments erzählen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Berner Münster-Stiftung: Geschichte, Werkmeister und Bauetappen des Münsters (Infoblatt) · Wikipedia (de): Berner Münster · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt (alle Adressen) · Wikidata: Q688315
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