Gymnasium Neufeld
Das Gymnasium Neufeld an der Bremgartenstrasse am Rand des Bremgartenwalds ist eine Schulanlage im International Style von Hans Andres und Felix Wyler.

- Adresse
- Bremgartenstrasse 131, Bremgartenstrasse 133, Bremgartenstrasse 135, Bremgartenstrasse 137
- Baujahr
- 1961/62–1966 (Bezug 1965, Einweihung 1966); Erweiterung 1974
- Architekt
- Hans Andres und Felix Wyler (Andres + Wyler)
- Stil
- International Style
- Heute
- Kantonales Gymnasium mit Fachmittelschule
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), erhaltenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Ende der Länggasse, dort wo die Bremgartenstrasse den Wald erreicht, liegt eine weitläufige Schulanlage aus Glas, Stahl und weissen Platten. Auffällig ist der grosse Klassentrakt: Er steht über einem nach Südosten offenen Kellergeschoss auf schlanken Stahlstützen und scheint zu schweben; darüber liegen vier Geschosse und eine stark zurückgesetzte Attika. Daneben steht die zweigeschossige, voll verglaste Aula. Die vier Turnhallen im Nordosten sind radial angeordnet und durch Höhenunterschiede und Bepflanzung vom Unterricht getrennt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Gymnasiasten stark an, und die Schulhäuser am Waisenhausplatz und im Kirchenfeld genügten nicht mehr. 1958 kaufte die Stadt im Neufeld ein Grundstück von 46 000 Quadratmetern, auf dem damals Schrebergärten lagen. Den Wettbewerb von 1958/59 mit 57 Eingaben gewannen die Berner Architekten Hans Andres und Felix Wyler. Gebaut wurde ab 1961 oder 1962, die Quellen unterscheiden sich hier. Im Frühjahr 1965 bezogen das städtische Literar- und Realgymnasium den Bau, 1966 wurde er eingeweiht. Nach der Denkmalpflege war es bis dahin das grösste Bauvorhaben, das die Stadt je verwirklicht hatte.
Andres und Wyler entwickelten das Pavillonsystem anderer Berner Schulen zu grösseren Einheiten weiter: Hauptbau, Aula und Turnhallen stehen rechtwinklig zueinander und fassen drei Aussenräume. Die Schulzimmer halten mindestens 70 Meter Abstand zur Strasse. Im Inneren führt eine fünfgeschossige Halle mit Treppen und Galerien durch das Haus. 1974 kam strassenseitig ein kleinerer Trakt dazu, den Wikipedia mit 1973 und dem damals gegründeten Wirtschaftsgymnasium verbindet. 1997 ging die Schule an den Kanton über.
Bei einer ersten Sanierung 1985 bis 1987 wurden Fassaden und Farbfassung verändert, nach der Denkmalpflege nicht immer im Sinn der Architekten. Behutsamer war die Erneuerung von 2005 bis 2010: Statt zwei äusserer Fluchttreppen erhielt die Halle eine mechanische Entrauchung mit zehn Ventilatoren, die Geländer wurden etwa fünf Zentimeter erhöht und mit Glas gesichert. Erhalten blieb das Deckenbild, das Schülerinnen und Schüler 1986 unter Bernard Schlup gemalt hatten. Draussen dreht sich der Moiré-Windpendel von Werner Witschi aus dem Jahr 1971. Für eine weitere umfassende Sanierung ist ein Ausweichquartier an der Schänzlihalde vorgesehen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bremgartenstrasse 133–137 · Bauinventar der Stadt Bern: Bremgartenstrasse 131 · Denkmalpflege der Stadt Bern: Bremgartenstrasse 131–137, Ein neues Gymnasium für Bern · Wikipedia (de): Gymnasium Neufeld · Wikidata: Q1558195
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