Schulgebäude des Freien Gymnasiums Bern
Das Schulhaus des Freien Gymnasiums an der Beaulieustrasse in der Berner Länggasse entstand 1970 bis 1972 nach Plänen von Daniel Reist.

- Adresse
- Beaulieustrasse 55, Hochfeldstrasse 114
- Baujahr
- 1970–1972 (Projekt 1969)
- Architekt
- Daniel Reist
- Heute
- Schulhaus des Freien Gymnasiums Bern
- Bauherrschaft
- Freies Gymnasium Bern
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Von der Hochfeldstrasse aus sieht man einen flach gedeckten Baukörper mit drei Geschossen über einem hohen Sockel. Ein kräftiges Betonband trennt das Untergeschoss vom Erdgeschoss, das auf Stahlstützen zu schweben scheint. Darüber liegen die rostrot gefassten Obergeschosse. Ein kleinteiliges, liegendes Raster hält alle vier Fassaden zusammen; je nach Raum sitzen darin vorgewölbte Paneele, Fenster oder gelochte Bleche.
Bauherr war die Schule selbst. Ihre Wurzeln reichen ins 19. Jahrhundert zurück: 1859 gründete der Pädagoge Theodor von Lerber in Bern eine Knabenschule, die nach ihm Lerberschule hiess, und leitete sie bis 1892. Später erhielt sie den Namen Freies Gymnasium. Das Projekt für den Neubau im Quartier Länggasse-Neufeld datiert das städtische Bauinventar auf 1969, gebaut wurde zwischen 1970 und 1972. Die Pläne stammen vom Berner Architekten Daniel Reist.
Das Haus geht geschickt mit dem Gelände um. Die beiden Eingänge an der Hochfeldstrasse und an der Beaulieustrasse liegen auf verschiedenen Höhen. Auf der Ostseite sind die Turnhallen ins Untergeschoss gelegt und öffnen sich mit grossen Glasflächen zu den abgesenkten Sportplätzen. An der Südwest- und an der Nordostfassade lassen Durchblicke kleine Innenhöfe erkennen, und an den Eingangsseiten zeigen die vielen Fenster, wo die Schulzimmer liegen. Das Bauinventar lobt ausserdem die Gestaltung und Bepflanzung der Umgebung und führt den Bau als schützenswert.
Seit der Eröffnung wurde das Gebäude mehrmals angepasst. 1989 baute das Büro arb Architekten die Küche der Mensa um, 2001 kamen zusätzliche Arbeitsräume für die Lehrkräfte hinzu. 2002 ersetzte man die Fassadenverkleidung, und im östlichen Pausenhof entstand ein kleiner Pavillon für die Bibliothek, ebenfalls von arb Architekten. Bis heute hat das Freie Gymnasium hier an der Beaulieustrasse 55 seinen Sitz.
Ein Detail für den Blick von der Strasse: Die gepolstert wirkenden Felder im Fassadenraster treten leicht hervor und werfen bei Streiflicht feine Schatten.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Beaulieustrasse 55 / Hochfeldstrasse 114 · Historisches Lexikon der Schweiz: Theodor von Lerber · Freies Gymnasium Bern: Über uns · Wikidata: Q113950458
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